3. Gedichte

3.1 Das Gold der Goldach

 

Der Name sagt’s, die Sag beschreibt

das Gold liegt dort für mich bereit.

Drum mach ich auf die Suche mich

und träum von Reichtum (fürchterlich).

 

Ich kauf mir mit dem goldnen Gut

das schönste Haus in Hollywood,

fahre Rolls Roys – und nebenbei

bin ich vollständig schuldenfrei.

 

So buddle ich im nassen Sand

und klettre auf und ab die Wand.

Ich kehre jeden Stein um Stein

wo mag das (verfluchte) gelbe Gold nur sein?

 

Schon schwindet meine Euphorie-

die goldnen Kegel find ich nie.

Da!! Was glänzt dort überm Wasserrand?

Ein glitzernd golden Aderband!?

 

Schier glaub ich setzt mein Pulsschlag aus...

Gedanklich schlepp ich Gold nach Haus.

Ich eile hin, ich knie davor

--- ein Grüppchen Primula elatior.

 

Geld soll stinken, vermutlich auch Gold,

doch Schlüsselblümchen duften hold.

Es lebt und liebt und hat sodann

noch niemandem ein Leid getan.

 

Das Gold sagt man, sei kalt und tot

bringt Unglück und auch grosse Not.

Drum bleibt es besser Gott sei Dank

auf der Bank im Panzerschrank.

 

 

Erich Sammet

(von Aachmühle bis Martinsbrugg, lyrischer Bilderbogen 1999)