2. Beschreibung des Gebietes

2.5 Nutzung und menschliche Einflüsse

 

Von der Nutzung der Wasserkraft durch Mühlen wurde unter 2.4, Geschichte schon berichtet.

Das kleine EW der Stadt St.Gallen liefert immerhin järhlich rund 4 Millionen Kilowatt-Stunden. Mit dieser Energie können zum Vergleich die öffentliche Beleuchtung der Stadt St.Gallen oder der Stromverbrauch der Verkehrsbetriebe der Stadt versorgt werden.

Das Wasserschloss unterhalb der Aachmühle bedeutet allerdings eine totale Abriegelung der Goldach. Für Fische bildet der Damm eine unüberwindliche Barriere. Die Restwassermenge, welche durch eine Öffnung im oberen Dammteil rinnt, ist recht kümmerlich. Die Goldach nach diesem Eingriff vorerst nur noch ein Rinnsal.

Wirtschaftliche Bedeutung erhält das Gebiet durch die Landwirtschaft. Milchwirtschaft und Rinderhaltung werden, wo dies möglich ist, bis zum Rand der Goldach betrieben. Auch Sumpf- und empfindliche Rietstellen werden davon nicht ausgenommen, ebenso Waldrand und Heckenpartien.

Die Forstwirtschaft hingegen ist an unzugänglichen Stellen wegen Unrentabilität schon länger eingestellt worden.

Ein weiterer Eingriff bilden die Hochspannungsleitungen die das Gebiet durchziehen, und den Eindruck einer unberührten Natur empfindlich stören.

Im Bereich Schaugenbädli besteht die Schiessanlage. Das verschossene Blei dürfte Boden und möglicherweise auch die Goldach mit Schwermetallrückständen belasten.

Als Erholungsgebiet in unberührter Natur, mit Spiel am Wasser, mit Abenteuer- und Entdeckerromantik, zum Beispiel Goldwaschen, hat das Gebiet für Familien mit Kindern oder Naturverbundene eine zentrale Bedeutung.

Allerdings muss die Belastung des so wertvollen "H2O der Goldach" durch menschliche Einflüsse gestoppt werden. Immer wieder schäumt das Wasser verdächtig auf, was wohl von der Überdüngung (Jaucheaustrag) der angrenzenden Viehweideflächen im Einzugsgebiet der Goldach und deren Mündungsbächen herrührt. Dadurch ist ein Badegenuss an den zahlreichen Wasservertiefungen buchstäblich getrübt.

Auch die gereinigten Abwasser der ARA von Trogen-Wald, Speicher und Rehetobel bringen erhöhte Nitrat- und DOC-Werte (gelöster organischer Kohlenstoff) in die Goldach.

Die Kantonalen Gewässerschutzämter führen laufend Untersuchungen durch.

Die bisher grösste Gewässerverschmutzung geschah im Sommer 1993.

Aus einer Teppichveredlungsfirma floss Permethrin (ein Insektizid) oberhalb der Aachmühle in die Goldach. Alle Fische bis zur Mündung in den Bodensee starben. Ebenso die Kleinlebewesen, welche den Fischen als Nahrungsgrundlage dienen.

Noch ein trübes Kapitel ist unterhalb der Martinsbrugg aufzuschlagen. Vom Weg aus nach Schaugenbädli wird immer wieder Müll abgelagert und ins Tobel geschmissen. "Die grenzenlose Rücksichtslosigkeit gegenüber der Natur" zeigt sich hier auf sehr beschämende Weise.

Zu hoffen ist, dass der Mensch in diesem einzigartigen Gebiet bessere "Spuren" als die geschilderten hinterlässt.